Bezirksapostel Klingler in Osterburg

Mit großer Freude wurde Bezirksapostel Kingler in unserer Gemeinde erwartet, da es wahrscheinlich der letzte Gottesdienst ist, den er vor seinem Ruhestand in Osterburg hält.

Zur Einstimmung sang der Chor „Frieden in der Angst der Welt“. Danach folgten eine Gruppe junger Sänger mit „Weißt du, wieviel Sternlein stehen“ sowie nochmals der Chor mit „Gott ist mein Licht“. Als Eingangslied wählte der Bezirksapostel „Wie groß ist des Allmächt‘gen Güte“. Er legte dem Gottesdienst als Bibelwort Johannes 6, 27 zugrunde: „Schafft euch Speise, die nicht vergänglich ist, sondern die bleibt zum ewigen Leben. Die wird euch der Menschensohn geben; denn auf dem ist das Siegel Gottes des Vaters.“ Im Anschluss sang der Chor mit Klavierbegleitung „Brauchst du Kraft“.

Der Bezirksapostel erzählte von seinem Vater. Als er selbst noch klein war, dachte er, dass sein Vater alles könne, als er dann älter wurde, wusste er, dass sein Vater nicht alles konnte und jetzt weiß er, dass sein Vater im Rahmen seiner Möglichkeiten unendlich viel konnte. – Ein Mensch ist fehlbar, aber Gott ist unfehlbar, er kann alles. Aber er tut nicht alles, vor allem tut er nicht immer das, was wir gerne hätten, sodass wir so manches Mal schnell denken könnten: „Wenn das so nicht zutrifft, wie ich das gerne hätte, ja dann ist es nicht der richtige Gott, dann ist es nicht der allmächtige Gott.“ Doch göttliche Gedanken sind eben viel, viel höher als unsere menschlichen Gedanken, so viel höher, wie der Himmel über der Erde ist.

„Glaube ist ein Geschenk und Glaube soll gepflegt werden. Wodurch? Durch das Brot, das vom Himmel kommt.“

Bezirksapostel Klingler berichtete von seiner letzten Reise nach Sambia, wo 24.000 Geschwister an einem Gottesdienst mit Stammapostel Schneider teilnahmen. Das Bibelwort, mit dem der Stammapostel dort diente, handelte von der Speisung der Fünftausend. Jesus spricht dort davon, dass man sich Speise schaffen soll, die ins ewige Leben hineinwirkt. In einer anderen Bibelübersetzung heißt es sinngemäß, dass man für die Speise, die zum ewigen Leben bleibt und die nicht vergänglich ist, arbeiten soll. Bezogen auf unser Leben bedeutet es, dass wir eine ausgewogene geistliche Speise für unsere Seele benötigen. Dazu gehören jedes Wort, welches aus dem Munde Gottes kommt, die Wärme der Gemeinde, unserer Familie und die rechte Würdigung des Heiligen Abendmahls.

Nach der Predigt des Bezirksapostels folgte das Chorlied „All dein Sehnen“. Im Anschluss daran diente uns der Bezirksevangelist Thale aus Magdeburg. Er wies darauf hin, dass man für die Speise arbeiten muss, sich Mühe geben muss, damit Speise da ist. Manchmal ist es vielleicht schmerzhaft, manchmal unangenehm oder schwer. Wir wissen aber, dass geistliche Speise erarbeitet wird, damit wir unser Glaubensziel erreichen, damit wir ewig mit dem zusammen sind, der uns zu seinen Kindern gemacht hat und der Kraft und Macht hat, alles zu tun. Darum wollen wir freudig daran arbeiten. Schon im Natürlichen arbeitet man doch dann am liebsten, wenn man weiß, für wen man das tut, warum man das tut und was dabei herauskommt. In diesem Wissen kann man dann auch stundenlang arbeiten, kann man die größten Kräfte einsetzen. Auch wenn man dann erledigt ist und müde ins Bett fällt, um neue Kräfte zu tanken, ist man doch freudig, wenn man es geschafft hat. So soll es uns auch gehen, wenn wir von dem allmächtigen Gott schwärmen, wenn wir von unserem Glauben etwas abgeben.

Im Anschluss an das Dienen des Bezirksevangelisten Thale regte der Bezirksapostel mit einem Bild noch einmal zum Nachdenken an. Er erinnerte an die Begebenheit vom Kornbauern, der sehr reich war, dessen Seele aber leer war. Dieser hatte nämlich viel für das Irdische getan, aber nichts für seine Seele, für die Ewigkeit. So wollen wir uns bei allem, was wir auf Erden tun, immer fragen, was Jesus dazu sagen würde und ob unser Tun Ewigkeitsbestand hat. Mit Sicherheit so manches Mal nicht. Es lohnt sich, diese Gedanken mit in unseren Alltag zu nehmen. Die junge Sängergruppe bereitete mit dem Lied „Herr, gib mir Mut zum Brückenbauen“ auf die Sündenvergebung vor. Zur Feier des Heiligen Abendmahls sang die Gemeinde das Lied "„Reicher König, Wirt voll Gnaden"“. Eine Chorgruppe bildete mit dem Lied „Ins Wasser fällt ein Stein“ den Abschluss des Heiligen Abendmahls.

Nach dem Schlussgebet und dem Schlusssegen gab der Chor uns noch das Lied „Mögen sich die Wege vor deinen Füßen ebnen“ mit auf den Nachhauseweg und setzte so einen schönen Schlusspunkt des Festgottesdienstes. Schließlich konnte auch ich unserem Bezirksapostel Wilfried Klingler beim Verabschieden die Hand geben und ihm „Auf Wiedersehen“ sagen - ich hoffe, möglichst bald.

(Text: St.K. Foto: D.Sch.)